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Die Sprache des Herzens deines Zweijährigen

7 Tipps, die dich ins Herz deines Zweijährigen führen

Anstatt Mama eines Zweijährigen, fühle ich mich manchmal als Dompteurin von einem wild gewordenen, taubstummen Tiger Baby. Denn der Umgang mit ihm kann ja ganz kuschelig und süß sein, trotzdem bewegt man sich auf dünnem Eis, da jede Bewegung etwas Unerwartetes seinerseits auslösen könnte. 

Für eine harmonische Interaktion mit jemanden, der unsere Welt noch nicht begreift und unsere Sprache nicht kennt, bedarf es viel Einfühlungsvermögen und Verständnis. 

Wir, als Eltern, müssen auf Augenhöhe gehen und unser kleines Wunder emotional gut abholen, um es liebevoll durch diese Welt führen zu können. Diese 7 Tipps werden dir dabei helfen, das Verhalten deines Zweijährigen zu verstehen und “artgerecht” damit umzugehen.

1. Unerwünschte Verhaltensweisen ignorieren

Zweijährige lernen, indem sie Verhaltensweisen immer wieder wiederholen. Sie wiederholen insbesondere die Verhaltensweisen, die zu einem unerwarteten Verhalten oder einer starken Reaktion bei anderen führen.

Sollte dein kleiner Engel beispielsweise ein schlechtes Wort im Kindergarten, bei den älteren Geschwistern oder sogar bei dir (quatsch, niemals) aufgegriffen haben, tu so, als wäre es keine große Sache.

Andernfalls gibst du ihm die große Reaktion, die dein Kind so spannend findet. Dementsprechend wird es immer wieder aufs Neue erproben, ob du beim nächsten Mal wieder so reagierst.

Zweijährige verstehen natürlich nicht, was dich an diesem Wort aufregt. Dein Kind bringt nur in Erfahrung, was dieses Wort mit dir macht – dein Verhalten ändert sich schlagartig, wenn es dieses Wort sagt, was natürlich interessant ist.

Bestimmte Verhaltensweisen brauchen jedoch deine gezielte Aufmerksamkeit, weil sich dein Kind damit mitteilen möchte, wie beispielsweise mit dem Hauen.

Wenn dein Zweijähriges beginnt zu hauen oder treten, könntest du ihm folgendes entgegnen: Es scheint, als würdest du versuchen, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Könntest du probieren, mir zu sagen, was du möchtest?

Natürlich möchte dich dein Kind nicht verletzten oder verärgern, es möchte lediglich deine Aufmerksamkeit! Es ist nur wichtig zu unterscheiden, ob du reagieren solltest, weil es wirklich ein Befinden hat oder es lediglich nur, wie weit es mit dir gehen kann.

2. Überrasche mit etwas Unerwarteten

Dein Zweijähriges wird nicht nur von der Neugierde getrieben, wenn es um Reaktionen deinerseits geht, die es bereits kennt. Gleichzeitig kannst du für jede Menge Spaß sorgen, wenn du etwas tust, womit dein Kind ganz und gar nicht rechnet.

Versuch doch mal beim “Niesen” einen Hut von deinem Kopf fliegen zu lassen.

Oder tu so, als wäre etwas wirklich sehr, sehr schwer, wenn es offensichtlich nicht so ist.

Du wirst ganz sicher mit ausgiebigem Gelächter belohnt. Und du wirst sicher auch gebeten, es immer und immer wieder zu tun.

Alles Unerwartete wird dein Zweijähriges begeistern, während es etwas Neues erlernt. Du legst bereits sehr früh den Grundstein für einen guten Sinn für Humor.

3. Sag deinem Zweijährigen, was es tun kann

In der Zeit, in dem dein Kind zwei oder drei Jahre alt ist, vielleicht sogar, wenn es vier Jahre alt ist, vergiss das Wort: Nicht.

  • Statt: Nicht rennen! Besser: Verwende bitte deine laufenden Füße.
  • Statt: Nicht schreien! Besser: Verwende bitte deine Stimme für drinnen.
  • Und noch besser – mach es lustig. Anstatt laufende Füße – sag doch einfach, wir watscheln wie eine Ente.

Oder leite den Fokus deines Zweijährigen auf etwas anderes um, anstatt ihm das zu verbieten, was es gerade tut.

Statt: Nicht auf dem Bett springen! Besser: Du hast so viel Springenergie, spring hier auf die Kissen am Boden.

Das Verwenden von positiver Sprache hilft dabei, das Verhalten zu lenken oder umzuleiten – gibt deinem Zweijährigen die Möglichkeit, etwas anderes zu tun, anstatt seinen Impuls zu unterbinden.

4. Gib ihm Jobs

Mach dir das neu gefundene Selbstbewusstsein von deinem Zweijährigen zunutze, indem du es für etwas verantwortlich machst. Dies wird sein Gespür für Beherrschung stärken.

Dies ist ein großartiger Tipp für die Zusammenarbeit mit Zweijährigen (und auch älteren Kindern!).

Was auch immer zu tun ist, lass dein Kind helfen, es gemeinsam mit dir umzusetzen. Wenn ich beispielsweise Schnipsel auf dem Boden finde, lasse ich sie meinen Sohn aufheben und in den Mülleimer werfen. Wenn wir das Haus verlassen, lasse ich meinen Sohn die Garagentür öffnen. Oder lasse ihn die kleinen Wasserflaschen ins Regal einräumen, weil er immer so viel Spaß dabei hat.

Nachforschungen haben ergeben, dass es sich auf lange Sicht auszahlt, wenn Kleinkinder helfen – auch wenn das Helfen mehr Chaos bedeutet als Sie es selbst getan haben. Kleinkinder sind von Natur daran interessiert zu helfen. Wenn du dies früh förderst, hilft dein Kind mit größerer Wahrscheinlichkeit freiwillig im Haushalt, wenn es älter ist.

Dies funktioniert wunderbar rund ums Haus. Ich lasse mein Sohn oft seine verlorene Trinkflasche suchen und wiederfinden – das macht ihn unheimlich stolz.

  • Es kann geholfen werden, herumliegende Kleidung in den Korb zu werfen.
  • Es kann mit der Kehrschaufel geholfen werden, wenn der Küchenboden gefegt werden muss.

Beschreibe die Aufgaben auf eine ganz spezielle Art und Weise, die eine Geschichte erzählt. Damit ziehst du die Neugierde auf die Aufgabe und garantierst die Teilnahme am Geschehen!

5. Komplexe Aufgaben vermeiden

Die Bitte, sich allein die Schuhe anzuziehen, ist eine recht Komplexe. Teile diese am besten in ein oder zwei Schritte auf.

Zuerst die Schuhe holen: Lass uns wie Hasen zu deinen Schuhen hüpfen!

Ermutige dein Kind, sich die Schuhe anzuziehen: Welche Schuhe wirst du wohl heute anziehen? Die Orangefarbenen oder die Blauen?

Sollte sich dein Kind weigern, tu etwas überraschendes – Okay, ich ziehe den Schuh an – wohin gehört er? Hier auf deine Hand. Ich habe ganz vergessen, wie ich die Schuhe anziehen soll.

Weißt du, wie man sich die Schuhe anzieht? Gehören die auf deine Nase? Auf deinen Kopf? Oh, deine Füße !! Weißt du, wie man sie auf die Füße zieht?

6. Benenne und erkenne die Gefühle an

Zweijährige lernen erst, was Emotionen sind, und drücken sie auf ungefilterte Weise, noch nicht auf sozial akzeptierte Weise aus. Es ist wichtig, ihnen beizubringen, wie sie ihre Emotionen benennen sollen und dass Emotionen immer in Ordnung sind.

Es ist in Ordnung, wütend zu sein, aber es ist niemals in Ordnung, zu schlagen. Das ist ein Konzept, das erst mehrfach durchlebt und damit verstanden werden muss.

Die Emotion zu benennen ist der erste Schritt, um zu lernen, wie man mit Emotionen besser umgeht.

Das Erkennen von Gefühlen deines Kindes, hilft dabei diese Gefühle zu verstehen, was zu besserem Einfühlungsvermögen und sozialem Verhalten führt, insbesondere bei Jungen.

Das Sprechen über Emotionen ist auch mit der Fähigkeit des Teilens und des Helfen bei Kleinkindern stark verbunden.

Wenn du dieses Gespräch über Emotionen beginnst, hörst du auf das Herz deines Kindes.

Folglich wird es das Gefühl haben, dass es sicher ist, diese Emotionen auszudrücken und mit dir zu teilen.

7. Gib ihm Routine

Für Kinder sind Übergänge von Geschehen sehr schwierig. Sich fertig machen, um das Haus zu verlassen oder wieder zurückzukommen. Die Vorbereitungen fürs Bett oder das Fertigmachen für den neuen Tag.

Zweijährige haben kein wirkliches Zeitgefühl. Für sie kann es willkürlich und kontrollierend erscheinen, wenn wir sagen: Es ist Zeit, das Spielzeug wegzulegen und schlafen zu gehen.

Und so protestieren sie (Understatement!).

Eine gewisse Vorhersehbarkeit in ihrem Leben hilft ihnen, ein Gefühl der Kontrolle zu haben. Immer wiederkehrende Ankerpunkte, auf die sie sich im Tagesablauf verlassen können, helfen dabei, die Wutanfälle einzudämmen.

In einer großen Studie stellten die Forscher fest, dass eine konsistente Schlafenszeit direkt mit einem besseren Schlaf zusammenhängt. Kinder, die immer zur gleichen Zeit ins Bett gingen, schliefen schneller ein, waren weniger nachts wach und schliefen länger als Kinder, die keine eindeutige Bettzeit hatten!

Zweijährige sind etwas ganz Besonderes. So herausfordernd diese Zeit ist, so freudig ist sie auch. Verbinde dich mit ihrem Herzen, höre ihrer Seele zu und die “schrecklichen” Zwei werden überhaupt nicht schrecklich erscheinen.

Ich wünsche dir viel Spaß!

Herzlichst,

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